ADHS/ADS bei Kindern

Schulischer und persönlicher Erfolg. Stärken und Nischen finden – Ressourcen gezielt einsetzen.

Ihr Kind tut sich in der Schule schwer, obwohl Sie wissen, dass es „viel mehr auf dem Kasten hat“, als es zeigt. Ihr Kind ist unkonzentriert, fahrig oder langsam. Die Hausaufgaben dauern Stunden. Im häuslichen Umfeld kämpfen Sie mit seinem enormen Gerechtigkeitssinn und Wutausbrüchen „aus dem Nichts“. Ihr Kind ist schlampig: Im Kinderzimmer herrschen kriegsähnliche Zustände, aber auch im Schulranzen oder in den Heften. Andere Kinder haben Probleme damit, dass Ihr Kind so ganz „anders“ funktioniert. Aus der Schule kommen Rückmeldungen wie „ist nicht bei der Sache“, „explodiert oft ohne Grund“ oder „Klassenkasper“. Das Schriftbild ist chaotisch, die Kritikempfindlichkeit ist sehr hoch. Wobei genau diese Kinder mit Kritik an anderen meist nicht sparen. Diese Kinder verbreiten Chaos und Unruhe – oder sind so extrem pflegeleicht, dass man sie gerne auch mal übersieht.

In Bereichen, die Ihr Kind interessieren, hat Ihr Kind enormes Wissen. Die Motivation steuert komplett seine Aufmerksamkeit. So kann von einem Fach zum anderen bei Nachfrage beim Lehrer ein komplett anderes Kind beschrieben werden. Irgendwie wissen Sie intuitiv, dass viel mehr bei Ihrem Kind machbar wäre, aber es steht sich bei vielem einfach selber im Weg. Sie sind sich mit der Beschulung nicht sicher – denn Ihr Kind bekommt „nebenher“ viel mit, tut sich beim Lernen und Wiederholen aber sehr schwer. Und irgendwie haben sie auch das Gefühl, dass Ihr Kind sich „einrichtet“, egal in welcher Schule es sich wiederfindet. Ihr Kind ist definitiv ein Aufwandsoptimierer und macht alles auf den letzten Drücker.

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihr Kind eventuell zu den Kindern mit AD/HS gehört? Hier sind noch einige Bereiche, die einen Hinweis auf dieses Störungsbild geben können.

Unaufmerksamkeit und Verträumtheit

Ihrem Kind fällt es schwer, sich auf Dinge, die nicht sein Interesse wecken, längerfristig zu konzentrieren. Dazu gehören z.B. die Hausaufgaben, Zimmer aufräumen, Schulranzen packen und ähnliches. Oft gibt es Klagen, dass Dinge fehlen. In der Schule das Mäppchen, Hefte oder Bücher, das Sportzeug für den Sportunterricht. „Wenn Dein Kopf nicht angewachsen wäre, würdest Du den morgens glatt im Bett vergessen…“.

Vor allem Mädchen sind oft geistig „wo anders“, träumen weg, wirken abwesend. Unaufmerksamkeit, Verträumtheit und extreme Langsamkeit finden sich ebenfalls bei Jungs. Diese „verpeilten“ Kinder sind zum Teil sehr „teuer“: ständig fehlt der Anorak, der beim Freund oder im Bus vergessen wurde. Wenn Sie in der Schule in die Kiste schauen, wo die Fundsachen drin liegen, erkennen Sie, dass das meiste davon Ihrem Kind gehört. Wer weiß, wo das Fahrrad hingestellt wurde und ob das auch abgeschlossen war. Manche Kinder vergessen sogar das Runterspülen nach dem Toilettengang.

Hyperaktivität und Impulsivität

Diese Kinder sind ständig in Bewegung, können nicht still sitzen und sich auch nicht ruhig beschäftigen. In der Schule können Sie nicht abwarten und aufzeigen, sondern quatschen einfach dazwischen. Sie sind oft laut und massiv, sind viel draußen und klettern auf alle möglichen Bäume oder Gebäude – ohne Rücksicht auf das Risiko. Oft passieren dann kleinere oder größere Unfälle. Viele der hyperaktiven Kinder haben sich ein- oder mehrmals die Lippe durchgebissen.

Sie sind nicht zu bremsen und nicht müde zu kriegen. Sie fangen vieles an, beenden es aber nicht. Das Durchhaltevermögen ist begrenzt. Man hat das Gefühl, Projekte sind wie „Strohfeuer“: einen Tag brennen sie, am nächsten Tag sind sie uninteressant und landen in der Versenkung.

Diese Kinder fangen auch im Freizeitbereich vieles an: Pfadfinder, Sportgruppen, Musik oder Theater.

Doch beim kleinsten Stein im Weg wird abgebrochen. Meist werden dafür die „anderen“ verantwortlich gemacht. Diese Kinder haben ein hohes soziales Bewusstsein, helfen, wenn Not am Mann ist. Verfügen über eine „hands-on-Mentalität“. Zupackendes Schaffen macht ihnen meist Spass.

Viele dieser Kinder sind aber auch tollpatschig, motorisch ungeschickt und hat man oft das Gefühl, dass den Handlungen jeglicher Plan fehlt. Betroffene Kinder haben häufig Stimmungsschwankungen, die sich in der Pubertät eher noch steigern.

Soziale Probleme und Beziehungen

Oft sind Kinder mit diesem Wahrnehmungsstil sehr dominant. Sie verstehen sich – aufgrund ihrer Fürsorglichkeit – mit sehr viel jüngeren Kindern sehr gut und werden als Babysitter sehr geschätzt. Auch mit wesentlich Älteren klappt es besser als mit Gleichaltrigen. Ältere Kinder dienen als Vorbild und begeistern die AD/HS betroffenen Kinder. Beziehungen werden rein emotional geführt. Menschen, die einen Platz im Leben der AD/HS-Kinder haben, sind meist „bunt“, eben auch „anders“. „Korrekt“ in ihrem Verhalten, authentisch und integer – obwohl es Kinder mit AD/HS mit der Verlässlichkeit selbst eher großzügig gestalten.

Kinder mit AD/HS reagieren aufgrund ihrer Impulsivität oft schnell aggressiv. Ungerechtigkeiten auszuhalten ist eher schwierig. Genauso gestaltet es sich mit dem Anerkennen von Autoritäten – nur ganz besondere Menschen schaffen es, dass sie als „Autorität“ akzeptiert werden.

Möglicherweise ist Ihr Kind in der Peer-Group eher Außenseiter, hat vielleicht schon Mobbing Erfahrung. Vielen fällt es auch schwer, einen besten Freund/Freundin längerfristig zu halten. Den unaufmerksamen Kindern fällt es aufgrund ihrer Ängstlichkeit meist schwer, überhaupt auf andere zuzugehen und Freundschaften zu schließen.

Haben Sie Ihr Kind wiedererkannt?

Wenn Sie Ihr Kind in den Schilderungen wiedererkennen, hat es evtl. AD/HS. Wenn es darunter leidet oder seine Umgebung, sind wir für Sie die richtige Anlaufstelle.

Informieren Sie sich! Wenn Sie eine Analyse bei Ihrem Kind erstellen lassen wollen, machen Sie einfach einen Termin in unserem Sekretariat aus.

Wie funktioniert ein ADHS/ADS-Coaching für Kinder?

1. Analyse

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Kind ein AD/HS – Kind ist, wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Schultyp für die Besonderheiten Ihres Kindes geeignet ist, wenn Sie mit Ihrem erzieherischen Latein am Ende sind, weil Sie das Gefühl haben, Ihr Kind ist irgendwie „erziehungsresistent“ oder wenn Sie die Potentiale Ihres Kindes klarer sehen möchten, macht es Sinn, bei Ihrem Kind eine Analyse zu machen. Diese ist bei uns sehr umfassend und beinhaltet sowohl die Erfassung des Begabungsstatus, die Konzentrationsfähigkeit als auch die Befindlichkeit. Viele Kinder mit AD/HS entwickeln nämlich sehr früh Befindlichkeitsstörungen, Ängste, Depressionen. Je schneller diese behandelt werden, desto effizienter. Desto eher kann Ihr Kind seine Potentiale voll nutzen und gesund bleiben.

2. Diagnose

Um zu einer validen Diagnose zu gelangen, machen wir zunächst mit Ihnen als Eltern eine ausführliche Anamnese, in der wir alle Entwicklungsmeilensteine, Stärken und Schwächen berücksichtigen. Sie werden bei uns einige Fragebögen ausfüllen und – falls Sie das unterstützen – werden auch an Lehrer/Erzieher Fragebögen ausgegeben. Dies alles wird inklusive aller durchgeführten Tests ausgewertet und Ihnen werden anschließend im Abschlussgespräch alle Ergebnisse erklärt. Sollte die Diagnose einer AD/HS gestellt werden, beantworten wir gerne alle Ihre Fragen zum Thema, finden die richtige Schule für Ihr Kind oder coachen es, damit es in der Schule sein Potenzial zeigen kann und erfüllte soziale Beziehungen leben wird.

Wir wissen, dass AD/HS zwar schwierige Bedingungen im Leben eines Betroffenen schaffen kann. Wir wissen aber auch, dass viele Berühmtheiten wie Mozart, Einstein, Dustin Hofmann oder E. v. Hirschhausen diesen Wahrnehmungsstil haben und erfolgreich sind oder waren.

3. Einzel-Coaching

Möglicherweise finden wir aufgrund der Tests bei Ihrem Kind auch noch andere Teilleistungsschwächen oder Prüfungsängste bzw. eine spezielle Begabungslage.

Unsere Experten kennen sich mit allen Themen rund um das AD/HS aus und stellen mit Ihnen gemeinsam einen Coaching/Behandlungsplan auf.

Coaching findet zunächst im Einzelsetting statt, weil die Probleme der Kinder meist so unterschiedlich sind, dass sie (außer wenn es um soziales Training geht) eher von der 1:1 Situation mit dem Coach profitieren.

Coaching umfasst darüber hinaus die gezielte Beratung der Eltern und des gesamten erzieherischen Umfeldes. Wir erarbeiten mit Ihnen Strategien, die in Ihrem Umfeld funktionieren und Strategien für die Schule oder den Kindergarten. Wir wissen, dass Sie kompetent sind und helfen Ihnen dabei, Ihre Kompetenzen auszubauen.

4. Gruppen-Coaching

Vor allem für ältere Kinder und junge Erwachsene gibt es bei uns Gruppen, in denen sich Gleichaltrige sich austauschen und unterstützen und voneinander lernen. Hier haben alle Fragen Platz, die sich im Leben ergeben: Philosophisches, Beziehungsfragen, Fragen der Medikation, Fragen zur eigenen „Funktionsbesonderheit“, Sexualität, aber auch, wie es möglich ist, die richtige Fächerkombination, Ausbildung, Studium oder den richtigen Beruf zu finden.

Hier werden Visionen herausgearbeitet und umgesetzt. Auch als AD/HS Betroffener kann man glücklich, erfüllt und erfolgreich leben. Manchmal etwas spontaner als andere, manchmal auch mit mehr Chaos oder Drama im Leben, aber auf jeden Fall bunt und einzigartig!